Wir sind seit fast 50 Jahren ein Paar (in der Zwischenzeit etwas älter als auf dem Foto). Zu unserem Zusammensein gehört ein reger geistiger, seelischer und lebensfördernder Austausch. Dabei nehmen Godis historische Kenntnisse und Monikas Beschäftigung mit Literatur und Kunst wechselseitig Einfluss auf die Produktion unserer Texte. Davon ist auch die kritische inhaltliche wie sprachliche Auseinandersetzung mit den Arbeiten des jeweils andern nicht zu trennen. Deshalb haben wir uns entschieden, auf dieser Website gemeinsam aufzutreten.
Die Website wurde von unserem Neffen Dimitri Kasper (Freienwil /AG) in seinem ersten Lehrjahr an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) Brugg konzipiert und aufgebaut. Wir danken ihm an dieser Stelle herzlich.
Dr. Monika Kasper
Geboren bin ich 1956 in Baden, wo ich meine Schulzeit verbracht sowie eine kaufmännische Lehre in einer Anwaltskanzlei absolviert habe. Nach einem Sprachaufenthalt von 1975 bis 1976 in Paris bin ich nach Zürich gezogen, wo ich noch heute lebe. Mein literarisches Wissen und Können habe ich während des Studiums der Germanistik, Komparatistik und Philosophie an der Universität Zürich erworben. Anschliessend war ich von 1993 bis 1998 Wissenschaftliche Assistentin bei Prof. Dr. Hans-Jost Frey am Seminar für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL) / (früher: Komparatistik). 2001 habe ich promoviert über Friedrich Hölderlins Anmerkungen zum Oedipus und zur Antigonae (2001). (Link zur Seite „Publikationen“). In dieser Zeit, aber auch während meiner Oberassistenz von 1998-2005 und in den Jahren 2006 bis 2016 als Dozentin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AVL konnte ich meine literaturwissenschaftlichen Kompetenzen weiter ausbauen und vertiefen. Ein Forschungsaufenthalt an der School of Criticism and Theory, Cornell University, Ithaka, N.Y. im Sommer 2004 hat mir neben Einblicken in die amerikanische Form der Literaturwissenschaft wertvolle Anregungen im Bereich Kulturwissenschaft, Postcolonial Studies und Performance Studies gegeben.
Seit 2017 bin ich im Ruhestand. Aus der Zeit meiner Lehrtätigkeit bringe ich zahlreiche Notizen mit, die unvollständig ausformulierte Gedanken zu verschiedenen Dichtungen enthalten. Im Laufe der kommenden Jahre möchte ich diese zu kürzeren und längeren Essays ausarbeiten und auf dieser Website unter der Rubrik Aktuelles (Link zur Seite „Aktuelles“) nach und nach publizieren. Diese Texte profitieren von meiner Erfahrung mit der Literatur, sie erheben aber im engeren Sinn keinen wissenschaftlichen Anspruch, das heisst ich werde zwar Sekundärliteratur lesen, jedoch meine Ergebnisse kaum oder gar nicht an denen der Forschung messen, weshalb nur wenige Verweise auf andere Autoren und Fussnoten in meinen Arbeiten vorkommen. Etwas freier, spielerischer und persönlicher als es im akademischen Betrieb möglich ist, möchte ich mich den literarischen Texten widmen und diese Meditationen mit allen teilen, die sich dafür interessieren.
Während der Zeit meiner Anstellung an der AVL habe ich diverse wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Einen Teil davon habe ich in den letzten Jahren teilweise überarbeitet. Sie finden diese unter der Rubrik Publikationen (Link zur Seite „Publikationen“).
Aus Freude am Schönen halte ich mit meinem iPhone Momente in der Natur, Städteansichten und Menschen fest, die mich ansprechen oder gestalte gelegentlich experimentierend Bilder mit dem Auge. Einige Fotografien, die aus meiner Sicht gelungen sind, können unter der Rubrik Fotos (Link zur Seite „Fotos“) angeschaut werden.
Godi Katzgrau
Geboren bin ich 1957 in Aachen (BRD). Meine Volksschulzeit bis zum Abschluss der Sekundarschule verbrachte ich in Dübendorf/ZH (1965 bis 1974) und absolvierte anschliessend eine Verwaltungslehre beim Kanton Zürich. Nach der Matura an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene KME begann ich ein Studium in Allgemeiner Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Zürich, das ich 1994 mit dem Lizenziat abschloss. Meine Lizenziatsarbeit (siehe Link „Publikationen“) verfasste ich in Sozial- und Wirtschaftsgeschichte bei Prof. Dr. Rudolf Braun. Neben dem Studium und darüber hinaus arbeitete ich in der Inseratenabteilung des Tages-Anzeigers, daneben als Sachbearbeiter beim Migros Kulturprozent und als Praktikant (1996) beim Einsiedler Anzeiger, später als freier Mitarbeiter, und als freier Journalist für den Anzeiger der Stadt Kloten sowie für den Tages Anzeiger (ausgewählte Textbeispiele Link „Publikationen“). Es folgten ab 2001 Anstellungen bei der Fachstelle Kultur (Kanton Zürich), verschiedene Teilzeitengagements, und die letzten zwölf Jahre bis zur Pensionierung arbeitete ich als Sachbearbeiter beim Zweckverband für Beistandschaften in Horgen (SNH). Ich lebe in Zürich seit 1975.
Auch wenn die meisten Jahre meines Berufslebens in geschichtsfernen Feldern stattgefunden haben, vertiefte ich meine historischen Kenntnisse, die ich während des Studiums erworben hatte, und verfeinerte vor allem die Methodik für die Erschliessung und Deutung geschichtlicher Quellen. Dies fand seinen Niederschlag in Vorträgen zur Dorfgeschichte von Gündisau, einem Weiler von Russikon/ZH, in einem Vortrag über den Zürcher Steuerstreit im 17. Jahrhundert vor den Gemeinderatsmitgliedern von Russikon und Fehraltorf, in der Erstellung eines Stammbaums für eine Oberländer Familie (Link zur Seite „Publikationen“) sowie in einer kleinen Publikation für das „Zürcher Taschenbuch“. Auch wenn die Zahl meiner öffentlichen Beiträge gering ist, bin ich seit langer Zeit mit historischen Quellenarbeiten beschäftigt, zur Zeit mit der Geschichte der ehemaligen Dorfgemeinde Hirslanden, und möchte demnächst erneut mit einem Familienstammbaum beginnen. Die Resultate meiner jüngeren und künftigen Arbeiten werde ich unter Aktuelles dieser Website gerne mit Interessierten teilen.
Noch eine kurze Bemerkung zu meinem Geschichtsverständnis bzw. Forschungsschwerpunkt: Geweckt oder, besser gesagt, aufgeschreckt wurde meine Neigung zur Geschichte bereits während der Sekundarschule, als ich aufgeklärt wurde über die Katastrophe des Holocausts. Damit brach in die unbekümmerte Gegenwart der frühen Jugend eine schreckliche und unverstandene Vergangenheit ein. Diesen Zusammenbruch einer für gut gehaltenen Welt zu verstehen hat mich seither umgetrieben und mich vermehrt mit der sozialen und wirtschaftlichen Wirklichkeit der ‚kleinen Leute’ früherer Zeiten, weiteren Opfern der Geschichte, zu beschäftigen. Trotz unzähliger Anstrengungen, jenen industriellen Völkermord aufzuarbeiten und aus ihm zu lernen, gab und gibt es eine schleichende Tendenz, diesen historischen Tiefpunkt im besonderen und die Geschichte im allgemeinen zu verdrängen. Aus den früheren Versäumnissen zu lernen sowie die Gegenwart als gewordene, unseren Wohlstand, unsere Institutionen und Kultur als von vielen Generationen geschaffene zu verstehen und darzustellen, ist für mich ein starker Antrieb, der durch hervorragende Lehrpersonen verstärkt wurde.